MemberPanel

OurSponsors

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 13.04.2008, 11:28   #1
Julian
Administrator
 
Benutzerbild von Julian
 
Registriert seit: 26.09.2006
Beiträge: 2.051
Internet: Arcor DSL6000 @34,5dB
Hardware: AsusWL500gP LinksysWRT54Gv3.1TomatoFW Speedtouch536i
Julian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes AnsehenJulian genießt hohes Ansehen
Vorzeitige Kündigung des Telefon- oder Internetvertrags

Quelle teltarif.de

Umzug, Krankheit, Heirat - das Leben ändert sich. Und der Anbieter?

Inhaltsverzeichnis:
1. Drum prüfe wer sich ewig bindet...
2. Die Sonderfälle: Umzug, Heirat, Krankheit
3. Jede Entscheidung ist ein Einzelfall - die Checkliste

"Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht doch was Besseres findet." Auch im Telekommunikationsbereich sollte man diesen Spruch durchaus im Hinterkopf behalten: Wenn man erst einmal einen Vertrag mit einem Telekommunikationsanbieter unterschrieben hat, ist es in vielen Fällen nicht so einfach, ihn wieder loszuwerden. Immer wieder machen obskure Meldungen die Runde, in denen nicht einmal der Tod des Vertragspartners als Kündigungsgrund akzeptiert wurde - mit der sinnigen Begründung, dass ja keine eigenhändig unterschriebene Kündigung vorliege. Oder es werden auch nach einer ordnungsmäßigen Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit weiterhin Rechnungen, gefolgt von Mahnungen, versendet, weil für die Bearbeitung der Kündigung niemand zuständig war, das System eine Macke hatte und/oder die Hotline keine derartigen Probleme kennt.

Bei solchen Beispielen handelt es sich zwar um extreme Fälle, aber um von vornherein Ärger zu vermeiden sollte man sich das Kleingedruckte - die vielzitierten AGB - auf jeden Fall genauer ansehen, bevor man einen Vertrag unterschreibt. Nicht nur bei Mobilfunkverträgen, auch bei Internet- und Festnetz-Anschlüssen verlangen die Anbieter häufig eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten, bevor man überhaupt kündigen kann. Das ist eine ziemlich lange Zeit, in der viel passieren kann.

Daher kann es sein, dass man den Vertrag schon vor dem Ende der Mindestlaufzeit wieder kündigen möchte - etwa, weil man umziehen muss, weil man ein Studium aufnimmt oder den Arbeitsplatz wechselt. Wir haben einige der großen Anbieter gefragt, wie sie mit derartigen Fällen umgehen - und die Antwort ist im Grunde immer ähnlich ausgefallen: Wenn die Kunden vernünftige, nachvollziehbare Gründe haben, ist eine vorzeitige Kündigung aus Kulanzgründen oft möglich - in vielen AGB ist dann von einer Kündigung aus "wichtigem Grund" die Rede. Andererseits ist ein wichtiger Rechtsgrundsatz, dass Verträge prinzipiell einzuhalten sind - "Pacta sunt servanda". Das gilt selbstverständlich auch für einen Telefon- oder Internet-Vertrag über 24 Monate Laufzeit. Schließlich haben sich beide Vertragspartner aus freien Stücken an diesen Vertrag gebunden und müssen sich entsprechend auch aufeinander verlassen können. Ein generelles Recht auf eine vorzeitige Kündigung gibt es daher nicht, die Praxis zeigt, dass vieles Verhandlungssache ist und bleibt.

Wenn der Anschluss nicht klappt


Etwas anders sieht die Sache aus, wenn der Anbieter vertraglich zugesicherte Leistungen nicht erbringt, beispielsweise, wenn die Leitung wochen- oder gar monatelang nicht geschaltet wird oder immer wieder gestört ist. In diesem Fall empfiehlt es sich, dem Anbieter eine angemessene Frist einzuräumen, um die Probleme zu beheben. Am besten kündigt man in dem Schreiben auch gleich an, dass man nach Ablauf dieser Frist kündigen und sich nach einem anderen Anbieter umsehen wird, denn man braucht ja einen funktionierenden Telefon- oder Internet-Anschluss. Wird der Anschluss in dieser Frist nicht geschaltet oder bleibt die Leitung gestört, folgt die Kündigung. Nach der Auffassung der Verbraucherzentrale kann die vorzeitige Vertragsauflösung in solchen Fällen notfalls auch eingeklagt werden, auch wenn der Anbieter sich auf den Standpunkt zurückziehen sollte, der Kunde könne auf keinen Fall vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit aus dem Vertrag herauskommen.

Immer schriftlich kündigen

Ganz generell sind bei jeder Kündigung ein paar Regeln zu beachten: Kündigen sollte man auf jeden Fall in schriftlich, also per Brief oder Fax. Bei E-Mails fehlt die persönliche Unterschrift, daher sollte man in diesem Fall auf die herkömmliche Schriftform zurückgreifen. Das Kündigungsschreiben sollte den Namen des Anschlussinhabers, die Auftrags- oder Kundennummer, eventuell auch die Bankverbindung, die bisherige Anschrift, gegebenenfalls auch die neue Anschrift und natürlich das Kündigungsdatum enthalten. Will man sichergehen, dass die Kündigung auch ankommt, sollte man sie per Einschreiben mit Rückschein bzw. per Telefax an das Telekommunikationsunternehmen schicken. In diesem Fall kann man, wenn es zu einer Auseinandersetzung kommen sollte, auch beweisen, ob und wann die Kündigung ausgesprochen wurde. Bei einer fristgerechten Kündigung sollte man auch beachten, dass viele Anbieter das Datum vom Eingang der Kündigung bei dem Unternehmen werten und nicht das Datum des Poststempels. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, frühzeitig zu kündigen, anstatt es darauf ankommen zu lassen. Überlegt man sich es dann doch anders, ist es normalerweise einfacher, die Kündigung zurückzuziehen als nachträglich doch noch zu kündigen.

Die Sonderfälle: Umzug, Heirat, Krankheit

Diese Formalien sollten selbstverständlich auch bei allen anderen Kündigungen beachtet werden. Ein Grund für eine vorzeitige Kündigung ist beispielsweise ein Umzug an einen anderen Ort, der von dem Anbieter, bei dem man seinen Anschluss hat, nicht versorgt wird. Hier haben beispielsweise Kabel Deutschland, Versatel und freenet auf Anfrage geantwortet, dass in diesem Fall eine Kündigung akzeptiert würde, vorausgesetzt, der Kunde könne den Nachweis erbringen, dass er in ein nicht versorgtes Gebiet umzieht. Entsprechende Belege können die Kopie des Mietvertrages oder der Meldebescheinigung sein.

Zieht der Kunde dagegen in einen anderen Ort, der ebenfalls versorgt wird, bestehen die Anbieter in der Regel darauf, den Vertrag fortzusetzen. Viele Anbieter bieten für solche Fälle einen Umzugsservice an, bei dem Formalitäten wie Anschluss am alten Ort kündigen und am neuen Ort beantragen automatisch erledigt werden. Manche Unternehmen lassen in diesem Fall die Vertragslaufzeit neu laufen, man wird also wieder wie ein Neukunde behandelt. Vorteil in diesem Fall wäre dann, dass man auch auf andere Produkte des Anbieters umsteigen kann, die man eventuell lieber haben möchte. In den meisten Fällen sollte im Rahmen eines Umzugs ein Tarifwechsel beim gleichen Anbieter kein Problem sein. Wenn der Anbieter darauf besteht, einen unvorteilhaften Vertrag zu den alten Konditionen, aber mit neuer Vertragslaufzeit fortzusetzen, könnte eine Beratung bei der Verbraucherzentrale hilfreich sein, weil man in diesem Fall einseitig benachteiligt wird und das nicht akzeptieren sollte.

Private Lebensplanung oder höhere Gewalt?

Es kann allerdings sein, dass am neuen Ort nicht die gleichen Leistungen erbracht werden können, die man bisher vereinbart hatte. Man nutzte beispielsweise bei der Telekom einen Call&Surf Complete Plus mit 16 MBit/s, am neuen Wohnort ist aber nur DSL mit 2 MBit/s verfügbar. Auch in diesem Fall gelte selbstverständlich die Regel, das Verträge zu erfüllen sind, wie Telekom-Sprecher Marc Sausen gegenüber teltarif.de erklärte. Denn ein Umzug falle unter die persönliche Lebensplanung des Vertragsteilnehmers und sei kein Fall von höhrer Gewalt, wie das etwa bei einem Soldaten der Fall wäre, der zu einem Auslandeinsatz abkommandiert werde. Die jeweiligen Angebote seien auf die entsprechende Vertragslaufzeit hin kalkuliert, weshalb die Anbieter darauf angewiesen seien, dass diese entsprechend eingehalten werde. Dennoch würde die Telekom Kunden in diesen Fällen entgegen kommen und beispielsweise den Abschluss einen anderen Produktes am neuen Wohnort ermöglichen, dieses wäre dann allerdings ein Neuvertrag mit entsprechender Laufzeit, dafür würde der alte Vertrag vorzeitig aufgelöst.

Ähnlich äußerte sich auch 1&1-Sprecher Michael Frenzel. Bei einem Vertrag über 24 Monate profitierten die Kunden von Subventionen für die Hardware und günstigeren Preisen, die sich nur rechnen würden, wenn die Kunden die Mindestlaufzeit auch erfüllen. Eine vorzeitige Auflösung des Vertrags sei aber trotzdem möglich, allerdings müssten sich die Kunden dann mit einer gewissen Ablösesumme beteiligen, die nach der Restlaufzeit des Vertrages kalkuliert werde.

Schwierig wird es allerdings dann, wenn eindeutige Nachweise fehlen. Es kommt immer wieder vor, dass man beispielsweise ein Zimmer als Zwischenmieter nimmt, der eigentliche Vermieter aber nichts davon mitbekommen soll und man sich entsprechend nicht anmelden kann oder möchte, weil man keinen offiziellen Miet- oder Untermietvertrag hat. Auch in diesen Fällen kann man versuchen, seinem Anbieter die Umstände zu erklären, die zum Kündigungswunsch führen. Was man sonst noch beachten sollte, finden Sie auf der nächsten Seite.

Jede Entscheidung ist ein Einzelfall - die Checkliste

Auf die Frage, ob der Vertrag vorzeitig aufgelöst werden kann, wenn ein Umzug wegen Krankheit, etwa in ein Pflegeheim, notwendig würde, war die übereinstimmende Antwort aller Anbieter, dass man einen solchen Fall kulant handhaben würde, sofern ein entsprechender Nachweis, beispielsweise von der Aufnahme in ein Pflegeheim, vorgelegt werde. Kabel Deutschland gab sogar ganz konkret an, dass der Vertrag in einem solchen Fall bereits zum Folgetag des Eingangs der Kündigung beendet werden kann, was auch bei einem Todesfall gelte - hier sei als Nachweis dann eine Kopie der Sterbeurkunde erforderlich. Ähnlich konkrete Aussagen für diesen Fall gab es von den anderen Unternehmen leider nicht, aber auch hier lohnt es sich in jedem Fall, an den jeweiligen Anbieter heranzutreten und um eine vorzeitige Auflösung des Vertrags zu bitten.

Auch bei einem Zusammenzug wegen Partnerschaft oder Heirat, bei dem von zwei vorhandenen Verträgen einer gekündigt werden soll, weil nur noch einer gebraucht wird, geben sich die Anbieter bei ihren Antworten an die Redaktion kulant - hier sollte man vielleicht mit den jeweils beteiligten Anbietern ins Gespräch kommen, den Fall möglichst nachvollziehbar schildern und einmal ganz konkret testen, welcher der kulantere ist. Sind beide Verträge gar beim gleichen Anbieter geschaltet, sollte die Auflösung eines der beiden Verträge bei entsprechenden Nachweisen (gemeinsamer Mietvertrag, gemeinsame Anmeldung, Heiratsurkunde, eingetragene Lebenspartnerschaft oder ähnliches) relativ leicht sein. Hier gehen die Aussagen der Unternehmen und die Realität etwas auseinander - in unserem Forum Frei Sprechen gibt es beispielsweise den Fall, dass ein Paar, bei dem genau diese Situation eingetreten ist, Probleme hatte, aus einem der beiden Verträge beim gleichen Anbieter zu kommen.

Der Anbieter bestand darauf, dass beide Verträge fortgesetzt werden, die Kunden wollten begreiflicherweise aus einem der beiden 3DSL-Verträge heraus, weil sie mittlerweile zusammen wohnen und nur noch einen benötigen - zudem ist am Wohnort nur DSL light verfügbar. Zwar ist 1&1 bei einem der beiden Vertrag bei der Grundgebühr etwas heruntergegangen, weil weniger Bandbreite zur Verfügung steht - diesen Vertrag möchte das Paar auch fortsetzen. Nachdem es erst so ausgesehen hat, als ob der zweite Vertrag nicht beendet werden könnte, hat sich 1&1 schließlich doch überzeugen lassen: Die für beide Parteien tragbare Lösung ist nun, die Restlaufzeit des zweiten Vertrages auf den Vertrag, der beibehalten wird, zu übertragen. Die Kunden müssen nun nicht mehr doppelt zahlen, sondern nur noch den Vertrag bedienen, den sie auch nutzen - diesen dafür aber etwas länger.

Fazit: Sachlich bleiben und nicht gleich aufgeben

Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass es sich bei derartigen Kündigungen oder Vertragsauflösungen immer um Einzelfallentscheidungen handelt. Was im einen Fall geklappt hat, kann bei einem anderen Fall ganz anders laufen - man darf nicht vergessen, dass auch der "menschliche Faktor" eine Rolle spielt. Ist man bei dem einen Sachbearbeiter aufgelaufen, weil der gerade einen schlechten Tag hatte, lohnt es sich mitunter, sein Anliegen bei einem weiteren Ansprechpartner vorzubringen. Natürlich spielt auch das eigene Auftreten eine Rolle, ein freundlicher, sachlicher Ton im Anschreiben, in dem man mit nachvollziehbaren Argumenten um die vorzeitige Vertragsauflösung bittet, ist sicherlich geschickter als eine vorweggenommene Beschimpfung, falls der Anbieter den eigenen Wünschen nicht sofort nachkommen sollte.

Darauf kommt es an:

* schriftlich kündigen
* gute Argumente sammeln
* sachlich bleiben
* nicht gleich aufgeben
* andere Ansprechpartner: nicht nur Service, auch Reklamation
* Kompromiss anbieten


Am einfachsten ist es natürlich, einen Anbieter auszusuchen, der erst gar keinen ewig langen Kündigungsfristen verlangt - hier ist HanseNet ein positives Beispiel. Die Alice-Produkte können Monat für Monat gekündigt werden. Das ist sehr vorteilhaft für die Kunden - und der Erfolg gibt dem Anbieter recht. Die Kunden sollen schließlich dabei bleiben, weil sie das Produkt gut finden und nicht, weil sie nicht anders können. Das verspricht echten Service und ist auf jeden Fall nachahmenswert.
_________________________________________________
Julian ist offline  
Werbung (Um diese Werbung nicht mehr angezeigt zu bekommen, registriere dich hier kostenlos!)
Antwort

Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 20:36 Uhr. vBulletin Skin by ForumMonkeys. Powered by vBulletin®
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimization by vBSEO 3.3.0
Template-Modifikationen durch TMS