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Alt 14.12.2008, 21:32   #1
ratcliffe
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Easybox A600 mit modifizierter Firmware an grenzwertigem Anschluss- Erfahrungsbericht

In diesem Beitrag berichte ich über den Betrieb einer Easybox A600, die mit modifitzierter Firmware läuft, an meinem Anschluss mit schlechten Dämpfungs- und Dämpfungsreservewerten (40 / 6 dB). Der Autor der Modifikation ist das Forum-Mitglied scolopender. Der Beitrag ist mit ihm abgesprochen und er ist bereit, diese Firmware auf Anfrage an weitere interessierte Forumnutzer abzugeben.

Die Modifikation, die im Übrigen in der ersten Firmwareversion der A600 "serienmäßig" vorhanden war und auch in der aktuellen Anleitung noch beschrieben wird, ermöglicht das manuelle Einstellen des DSL-Modus.

Wozu das Ganze?
Im Gegensatz zur Arcor verkauft Telekom nur DSL-Anschlüsse, die genügende Dämpfungsreserven haben und deshalb störungsfrei funktionieren. Wegen der höheren Leitungs-Dämpfungswerte, die bei Arcor erlaubt sind, kann es hier allerdings zu Problemen kommen. Die äußern sich dann als häufige Verbindungsabbrüche und zu niedrige Übertragungsraten.
Bei mir war es soweit, als ich vor einem Jahr von DSL2000 auf 6000 umstellte. Meine damalige FritzBox 7050 reagierte darauf mit stundenlangen Synchronisationsversuchen. Wenn dann irgendwann mal synchronisiert wurde, dann stets im G.DMT-Modus (also ADSL ohne 2 oder 2+) und das auch nur für maximal einen Tag, dann ging das Elend von vorn los. Die Arcor-Störungshotline empfahl, den 6000er-Anschluss auf 2000 zurückzustufen, da die Leitungsqualität zu schlecht wäre. Ich lehnte das erst einmal ab und versuchte, eine andere Lösung zu finden.

Meine Überlegung: Erstens müsste ein besseres Modem her, zweiten eins, bei dem der DSL-Modus einstellbar ist. Meine Wahl fiel auf das Asus WL-600g. Dieses hat einen Broadcom-Chipsatz, der in DSL-Foren für kritische Leitungen empfohlen wird. Weiterhin kann man in einem undokumentierten Menü den DSL-Modus einstellen.

Das sieht dann bei fester Einstellung auf G.DMT so aus:


Was sofort auffällt. sind die schlechten Werte für die Leitungsdämpfung und Dämpfungsreserve sowie die nicht ganz optimale Downstream-Datenrate.
Trotzdem funktionierte das Modem einwandfrei, selbst bei noch schlechteren Leitungswerten.

So hätte erst einmal alles gut sein können. Leider scheint die Firmware des WL-600g noch nicht ganz ausgereift zu sein, was sich in spontanen Reboots äußert. Außerdem sind fast keine Einstellmöglichkeiten für Jugendschutz (eingeschränkte Nutzungszeiten, gesperrte Websites und Dienste) vorhanden.
Dann fiel mir eine Installationsanleitung für die EasyBox A600 in die Hände. Hier ist auf Seite 151 beschrieben, wie der DSL-Modus manuell eingestellt werden kann.

Vorsichtshalber fragte ich hier im Forum nach, ob diese Einstellmöglichkeit auch tatsächlich vorhanden ist und scolopender antwortete, dass sie in der aktuellen Firmwareversion entfernt wurde. Er hatte aber diese Version so modifiziert, dass der DSL-Modus wieder manuell ausgewählt werden konnte.

Das re-aktivierte Menü sieht so aus (Man beacht die angezeigte Firmware-Version 1.01.007):


Auf persönliche Anfrage hat mir scolopender die modifizierte Firmware zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür schon einmal an dieser Stelle. Es waren noch ein paar Änderungen erforderlich, vielleicht schreibt scolopender an dieser Stelle noch etwas zu den Einzelheiten.
Bevor ich die Firmware auf das zwischenzeitlich bei Ebay gekaufte Exemplar aufgespielte, habe ich natürlich noch die Original-Firmware 1.01.006 ausprobiert. Erwartungsgemäß versuchte das Modem in einer Endlosschleife, auf ADSL2+ zu synchronisieren. Wenn dies gelang, hielt es nur wenige Sekunden - absolut katastrophal. Ich verstehe nicht, dass es den Firmware-Programmierern von DSL-Modems offenbar ausnahmslos nicht gelingt, hier etwas mehr Intelligenz einzuhauchen. Irgendwann müsste das Modem doch merken, dass es im ADSL2+ -Modus keinen Zweck hat, und in einen anderen Modus herunterstufen?

Mit der modifizierten Firmware habe ich als ersten Versuch den G.DMT-Modus eingestellt.
Das Ergebnis sieht ähnlich wie vorher beim Asus-Modem aus:


Die 6000er-Datenrate wird auch hier nicht ganz erreicht, die Leitungs-Dämpfungswerte sind fast identisch zum Asus-Modem. Es treten Übertragungsfehler auf, die aber offensichtlich korrigiert werden und deshalb nicht in Erscheinung treten.

Zu meiner Überraschung läuft auch der ADSL2-Modus stabil (das hatte beim Asus-Modem nicht funktioniert):


Datenrate und Leitungs-Dämpfungswerte sind ähnlich wie beim G.DMT-Modus, jedoch treten zumindest langzeitig gesehen weniger Übertragungsfehler auf. Diesen Modus habe ich bis heute eingestellt gelassen, und bisher (nach mehreren Wochen) gibt es noch keine Probleme.

Auf die Jugendschutz-Einstellmöglichkeiten möchte ich nicht näher eingehen, sie sind SMC-typisch sehr gut (ich weiß, die A600 wird nicht von SMC hergestellt, aber die Menüs sind sehr ähnlich).

Was geht noch?
Die Sprache / VOIP-Einstellungen werden von mir als ISDN-Kunde an sich nicht benötigt.
Ich hatte allerdings vor einiger Zeit einen Sipgate-Account eingerichtet, weil eine Dienstreise nach Island anstand und im Hotel ein kostenloser WLAN-Zugang sein würde. So konnte ich mit dem Notebook und Headset kostenlos nach Deutschland telefonieren. Über Handy oder Hoteltelefon hätte das ein Vermögen gekostet.

Den Sipgate-Account habe ich also in der A600 eingerichtet:


So weit ist das an der A600 angeschlossene Telefon nur für VOIP nutzbar.
Diesen Nachteil habe ich mit einer einfachen Kopplung mit meiner ISDN-Anlage behoben. Dies funktioniert leider nicht so komfortabel wie mit den FritzBoxen. Immerhin kann das A600-Telefon so auch Gespräche aus dem ISDN-Netz annehmen, nachdem ich die A600 an einen internen S0-Port (mit der MSN 30) der ISDN-Anlage angeschlossen habe:


Und mit folgender Einstellung kann ich mit dem A600-Telefon auch in das ISDN-Netz telefonieren, da scolopender freundlicherweise in der Firmware auch die automatische "Spar"-Vorwahl 01070 entfernt hat:


Wenn ich beispielsweise 0228-150 wähle, wird das Gespräch über den Sipgate-Account geführt.
Wähle ich 00228-150, läuft das Gespräch über ISDN - die erste Null wird von der ISDN-Anlage als Amtsholung interpretiert.

So, das war's. Ich hoffe, dass der Beitrag ein paar hilfreiche Anregungen gegeben hat.
Vielen Dank noch einmal an scolopender.

Gruß,
Volker

Geändert von ratcliffe (18.12.2008 um 21:18 Uhr)
ratcliffe ist offline  
Danke!
Julian, scolopender
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Alt 21.12.2008, 16:43   #2
scolopender
Arcorgott
 
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AW: Easybox A600 mit modifizierter Firmware an grenzwertigem Anschluss- Erfahrungsber

Zitat:
Zitat von ratcliffe
... vielleicht schreibt scolopender an dieser Stelle noch etwas zu den Einzelheiten.
Ja - aber so auf die technischen Details möchte ich jetzt nicht eingehen, das wird zu speziell. Jedoch - ich habe garkeine Esaybox A600, ich habe ein Telekom Speedport W700V, auf dem die Firmware von der A600 läuft! Mit dem W700V hat sich schon mal jemand anderes auseinandergesetzt und u.a. in der FW ein paar undokumentierte "Schätze gehoben", ich konnte da auch noch was beitragen. Im Zusammenhang damit ist mir dann auch die Firmware von der A600 "untergekommen", einige deutliche (interne) Gemeinsamkeiten führten mich dazu, die Portierung der A600-FW auf das W700V zu versuchen. Das geht ohne inhaltliche Änderung, man muss lediglich die A600-FW in zwei Teile zerhacken - und dann "nur noch" den Bootloader des W700V leicht modifizieren...
An o.a. Stelle gibt es ein Tool SP700EX, mit dem sich die W700V-FW zerlegen und - verändert/erweitert - wieder zusammenbauen lässt. Dieses Tool ist auch eingeschränkt für die A600-FW verwendbar, zum Ändern der Bedienoberfläche reicht's. W700V-FW und A600-FW unterscheiden sich im wesentlichen darin, dass das W700V nur einsprachig ist, bei der A600 aber Deutsch und Englisch wählbar sind, die gesamte Bedienoberfläche ist auf drei FW-Komponenten verteilt (ein sprachunabhängiger Teil, zwei sprachabhängige Teile). Man kann damit auch nur die Bedienoberfläche ändern, nicht den eigentlichen Programmcode um zusätzliche Funktionen erweitern!
(Die FW von A300, A601, A800 und Nachfolgern ist damit garnicht änderbar, dort wird ein Komprimierverfahren verwendet, welches das SP700EX nicht kennt).
Noch ein paar Impressionen:
W700V im Original - als A600 (gleiche Bootloader-Version, gleicher Hardwarestand, gleiche Seriennummer) - auch mal so - Online (über 10m "Wurfleitung" zum Splitter).
Was bei der A600 noch reaktivierbar ist:
WAN-MAC-Adresse "clonen": so - und so ("User Define)"
SNMP: so.

Nachtrag:
Das W700V hat einen Umschalter "Modem ext./int.". Mit der Original-FW funktioniert der nur in Verbindung mit einem speziellen VDSL-Modem (der Telekom) am Anschluss "WAN/LAN1". Mit der A600-FW funktioniert der "stinknormal", ist "extern" aktiviert, schreibt das Teil dann auf der Startseite im "Ereignislogbuch":
Code:
...
04/22/2008  00:03:52 If(PPPoE1) send PADR      
04/22/2008  00:03:52 If(PPPoE1) receive PADO   
04/22/2008  00:03:52 If(PPPoE1) send PADI      
04/22/2008  00:03:47 If(PPPoE1) send PADR      
04/22/2008  00:03:47 If(PPPoE1) receive PADO   
04/22/2008  00:03:47 If(PPPoE1) send PADI      
04/22/2008  00:03:42 If(PPPoE1) send PADR
...
(bei mir kommt da momentan sogar war zurück - "receive PADO" -, weil das Teil mit dem WAN/LAN1-Anschluss in meinem LAN hängt und mein "offizieller" Router auf "PPPoE-Pass-Through" steht; mehr jedoch nicht, weil bei Arcor keine Mehrfach-Einwahl geht.)

G., -#####o:

Geändert von scolopender (21.12.2008 um 17:08 Uhr)
scolopender ist offline  
Danke!
indubioproreo, ratcliffe
Alt 08.09.2011, 07:23   #3
Alreso
Arcorneuling
 
Registriert seit: 08.09.2011
Beiträge: 1
Internet: DSL16000
Hardware: Easybox A600
Alreso befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Frage AW: Easybox A600 mit modifizierter Firmware an grenzwertigem Anschluss- Erfahrungsber

Guten Tag

wie kann ich an diese geänderte Firmware Kommen?

mfg Albert
Alreso ist offline  
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